#5: ICH (August 2020)

Ich gucke. Vor mir ist Kay-Lee oder der Spiegel, aber was ich darin sehe, verändert sich fließend. In dem Gesichtermeer ist plötzlich Land in Sicht: Ein Deutschland. Kein schöner Land in dieser Zeit und aus lauter Scham, Angst und Wut wird mir kotzübel. Spieglein, Spieglein in der Hand, was ist los in diesem Land? Der Spiegel fragt zurück, was denn mit mir los sei. Ich weiß es nicht, aber je länger wir uns anschauen, desto persönlicher wird es zwischen uns und desto mehr verändert er mich….

In der fünften Ausgabe dreht sich alles um Ich. Kay-Lee ist mittendrin und sucht sich selbst in Körperhüllen, unter Rollenbildern, auf Selfies und zwischen menschlichen Verbindungsfehlern.


#4: von ZEIT zu ZEITEN (Dezember 2019)

Die Zeit ist reif für den nächsten Schritt. Aber wie kommt man von einer Zeit zur Anderen, von einem Zeitpunkt zum nächsten? Zwischen zwei Punkten ist schließlich immer eine Lücke. Ein Schritt übergeht diese Lücke nur. Eine Uhr macht nicht lückenlos ticktack. Sie macht tick und tack, tick___tack, tick……tack, tick . . . . . . . tack. Hört man genau hin, kann man die Lücken in der Zeit sehen. Wie viel Lücke ist nötig, damit eine Zeit darin versinkt? Wie groß müssen Lücken werden, damit neue Zeiten daraus erwachsen können? Und was genau passiert dort in den Lücken eigentlich?

In der vierten Ausgabe sucht Kay-Lee in den Zwischenräumen der Zeit was bleibt und wohin es weitergeht. Denn um weiter zu kommen, muss man anfangen. Irgendwie, irgendwo – nicht irgendwann!


#3: AUSTEILEN (Mai 2019)

Da trotten wir nun in Morgenmantel und Latschen neben Kay-Lee her, wissen nicht wirklich wohin und was wir eigentlich austeilen sollen. Wird nicht ohnehin schon viel zu viel Unnötiges ausgeteilt? Und wird vom Notwendigen nicht viel zu wenig ausgeteilt? Wieso wird manches mehr, wenn es geteilt wird – Wissen, Krieg oder Liebe zum Beispiel – und anderes weniger – Geld, Platz oder Sorgen? Warum wird an so wenige ausgeteilt, aber gleichzeitig so viele eingeteilt? Sie wissen es nicht? Wir auch nicht. Zeit also, sich zusammen zu setzen um sich damit auseinander zu setzen….

In der dritten Ausgabe trifft Kay-Lee auf den Volksmund und versucht ihn in Gespräch übers Austeilen zu entwickeln. Aber der ist kurz angebunden und meint nur: Shared euch los & shared euch um einander!


#2: ZUGANG (Dezember 2018)

Ein Zugang verbindet zwei Seiten. Er verbindet etwas oder jemanden mit etwas oder Anderen. Wo kein Zugang, da kein Austausch und wo kein Austausch, da kein Entstehen. Wo kein Zugang, da kein Einblick und wo kein Einblick, da kein Verstehen und wo kein Verständnis, da kein Miteinander. Wo kein Zugang, da kein Ausblick und ohne Ausblick, kein Fortschritt. Unterm Strich bleibt ohne Zugang nur ein Zustand. Und der aktuelle zustand ist mehr als bedenklich….

In der zweiten Ausgabe findet unsere neue Heldin Kay-Lee Teratur Möglichkeiten der Literatur, wandert zwischen Sprachen und Menschen und fragt nach dem, was vor uns liegt. Denn das gilt es zu beantworten.


#1: GOTT (Mai 2018)

Wir müssen mal wieder über Gott reden. Warum ist klar, oder nicht? Gäbe es mehr Gott, wäre die Welt besser. Es gäbe weniger Tote im Mittelmeer, weniger Populismus und Überwachungsstaat. Oder nicht, oder doch, oder gerade deswegen? Schließlich war Gott sowas wie der Protopopulist, hat gegen Andersgläubige gehetzt, war launisch, rach- und ehrsüchtig. Besonders kreativ ist seine Schöpfung auch nicht: Ein Garten, ein Mann, eine ihm gehorchende Frau, 6-Tage-Woche. Sind wir ohne ihn also besser dran? Moment mal, von welchem Gott reden wir?

Mit der ersten Ausgabe betreiben wir a-b-c-Theismus, erforschen Gottesteilchen, werten die staubige Akte „Gott“ neu aus und suchen nach einem Grund auf die Frage, die am Anfang war.