Bild: Gianluigi Esposito

Unser Postfach ist wieder offen

Unsere 6. Ausgabe geht in weniger als 10 Tagen in den Druck – YEAHYEAHYEAH! Deswegen ist ab sofort wieder Platz im Postfach für eure Texte und Bilder. Und so viel können wir heute schon sagen:

Die No. 7 wird ein: ‚FEHLER‘.

Fehlalarm, Fehltritt, Fehlgriff, Fehlversuch, Fehlschluss, Fehlermeldung, Fehler = Failure oder nur ein weiterer Fehler in der Matrix? Gibt es richtige Fehler oder falsche? Was sind eure Lieblingsfehler? Wie viele Fehler pro Tag machst Du? Liegt der Fehler, passiert er, tut er? Was steht vor dem Fehler, was kommt danach und wer ist dafür verantwortlich? Wir wissen es nicht. Macht euch mit uns auf die Suche nach dem ‚FEHLER‘. Was, wie & wohin einsenden?

Einsendeschluss: 01.08.2021

Blog #12: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Von Jonas Linnebank.

Vor ein paar Tagen hat ein Kumpel von mir ein Video gepostet. Darin zu sehen: Mitglieder einer scheinbar palästinensischen Familie, die in ihrem Haus sitzen, über ihre Lieblingsräume erzählen, über Zukunftsträume phantasieren. Währenddessen sehen wir im Hintergrund Menschen mit schwarzen Hüten, Kippot, Bärten und Schläfenlocken die Wohnung ausräumen. Am Ende schubsen jüdische Männer den alten Patron des Hauses vom Stuhl aus dessen Garten. 5,8 Millionen Menschen haben das Video gesehen. Herzen und ergriffene Smilies schmücken die Kommentarspalten, keine Definitionen von ‘Othering’. 

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Blog #11: Antwort auf einen Leserbrief.

Von Philipp Hübl.

Bo hatte vor ein paar Wochen als Reaktion auf einen Text von Philipp Hübl einen Leserbrief verfasst, den er Herrn Hübl nicht nur geschickt, sondern auch hier veröffentlicht hatte. Philipp Hübl hat geantwortet. Diese Antwort möchten wir euch nicht vorenthalten. Wenn ihr teilnehmen wollt an der Diskussion, schickt uns eure Gedanken an kliteratur ät posteo punkt de.

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Blog #10: Meine Vagina.

Von Galina Rymbu.

Am 17. Mai 2013, zur Musik der Band смысловые галлюцинации
kam aus meiner Vagina ein Sohn
und danach – die Plazenta, die die Hebamme auf der Hand wiegend
hielt wie ein Fleischer. Der Doktor legte mir den Sohn auf die Brust
(da wusste ich noch nicht den Namen des Sohns)
und sagte: ihr Sohn. Und der Sohn bepinkelte mir sofort die Brust und den Bauch
und die Welt wurde zu meiner wunden Vagina, zu dem Sohn, zu seinem heißen Strahl,
seinem nassen, warmen Kopf, meinem leeren
Bauch.

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Blog #9: Bauchgefühl.

Von Elizaveta Khan.

Ankommen in Europa. Als erstes fällt ihr auf, dass die Bettdeckenbezüge anders sind. Nicht die für den Kopf, nein die für das Bett, bzw. für den Rest des Körpers. Die Decken werden von der unteren Seite zur vorderen Seite des Bezugs gestopft, dann werden entweder Knöpfe geschlossen oder dieser wird mit einem Reißverschluss zugemacht.

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Blog #8: Dumm.

Eine kurze Lesung von Clemens Schittko.

Mütend sei die Mischung aus Wütend und Müde. Kay-Lee sucht nach einer literarischen Antwort und bietet Schumm (Scheiße und Dumm) oder Deiße (Dumm und Scheiße) als alternative Sichtweisen auf den Ist-Zustand an.

In letzterer Reihenfolge las Clemens Schittko auf dem Symposium Text-World–World-Text I 2016 im Forum Stadtpark in Graz.

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Blog #7: Wasserturm

Eine Legende aus Kalk. Von Alexander Estis.

Jetzt, wo wir einen getrunken haben, verrate ich dir was. Ich bin der Erfinder der literarischen Hydraulik. Ich bin nämlich Ingenieur, mußt Du wissen. Was man mit der literarischen Hydraulik machen kann? Zweierlei: Literatur wäßrig oder Wasser literarisch. Da ersteres meiner speziellen Technologie nicht bedarf, widme ich mich dem letzteren.

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TRANSIT – Literatur am laufenden Band

Heute, am 9. April startet TRANSIT.  Ab 17:00 Uhr rollt Literatur von 30 Autor*innen auf 50 Meter LED-Laufband über den Ebertplatz. Damit wird der Ebertplatz 5 Wochen lang zur Bühne für kurze literarische Texte und erschafft damit eine individuell erlebbare öffentliche Dauerlesung – nur das ihr selbst mitlesen müsst.

Täglich von 9-2o Uhr ziehen jeweils 5 fein ausgewählte Texte in Schleife über das Band. Zwischen 20-23 Uhr gibt’s dann alle 31 Texte am Stück. Mit seinen vielen Sitzmöglichkeiten und Teilflächen wird aus dem Ebertplatz abermals ein großflächiger Open Air-Resonanzraum, denn Kultur ist weiterhin für die Öffentlichkeit gedacht. Aber kommt einfach vorbei und lest selbst.

Mehr dazu auch auf twitter.

Blog #6: Hässlich

Nach einer Kurzgeschichte von Jan Grue. Aus dem Norwegischen nacherzählt von Anna Pia Jordan-Bertinelli.

„Bin ich hässlich?“, fragte Eyolf und sah mich mit seinen kleinen, stechenden Augen an.

Eyolf hatte die Angewohnheit, mir solche intimen und schwierigen Fragen auf eine Art zu stellen, die die Aufmerksamkeit der ganzen Klasse auf mich lenkte und es mir unmöglich machte, nicht zu antworten.

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Blog #5: Deutsch für Gegenwärtige

von Jonas Linnebank

Im Moment läuft “Türkisch für Anfänger” (Bora Dagtekin) auf Netflix. Zuerst ausgestrahlt wurden die drei Staffeln von 2006 bis 2008 im Ersten Deutschen Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen. Meine Freundin und ich gucken die Serie gerade und fragen uns, ob und wie die Öffentlichkeit heute darauf reagieren würde.

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